Carbomer 940/941 vs. Ultrez 20/21: Zeit für ein Formulierungs-Upgrade?

TTAutorTechnisches Team von Ascend Materials17. August 2026Carbomer

1. Produktionsrealität: Warum Formulierer klassische 940- und 941-Typen ersetzen

In der Laborentwicklung liefern klassische Acrylsäurepolymere wie Carbomer 940 für glasklare, hochviskose Gele und Carbomer 941 für niedrigviskose, gut fließende Lotionen ausgezeichnete Ergebnisse. Beim Übergang vom Labormaßstab zur Chargenproduktion werden jedoch häufig erhebliche Prozessengpässe sichtbar.

Pulvermuster von Carbomer 940

Wichtige Verarbeitungsprobleme klassischer 940- und 941-Typen:

  • Langsame Dispergierung und Klumpenbildung: Beide Typen müssen langsam und sorgfältig eingesiebt werden, um Agglomerate oder „Fischaugen“ zu vermeiden. Eine zu schnelle Zugabe erzeugt nicht hydratisierte Polymerklumpen und verlängert die Produktion.
  • Scherempfindlichkeit nach der Neutralisation: Eine hohe Scherung nach dem Neutralisieren schädigt das Polymerrückgrat dauerhaft und senkt die Viskosität.
  • Empfindlichkeit gegenüber Salz und UV-Licht: Klassische Typen besitzen nur eine begrenzte Beständigkeit gegen Elektrolyte und langfristige UV-Belastung, sodass die Formulierung mit der Zeit an Stabilität verlieren kann.

2. Was ist bei Ultrez 20 und Ultrez 21 anders?

Carbomer U20 als Ultrez-20-Alternative und Carbomer U21 als Ultrez-21-Alternative verfügen über eine modifizierte Polymerarchitektur, die Grenzen der großtechnischen Verarbeitung überwindet.

Klassische Verarbeitung Selbstbenetzung / einfache Verarbeitung
Typen Carbomer 940 / 941 Carbomer U20 / U21
Hochviskoses Gel Carbomer 940
Niedrigviskos / fließfähig Carbomer 941
Vielseitig / mittel Carbomer U20
Hochviskos + ionenverträglich Carbomer U21
  • Selbstbenetzende Dispergierung: U20 und U21 dispergieren bei Wasserkontakt schnell, ohne starke Bewegung oder lange Hydratationszeit.
  • Geringere Schaumbildung: Weniger Lufteintrag während der Verarbeitung ergibt klare, blasenfreie Gele mit kurzer Entlüftungszeit.
  • Höhere Elektrolyt- und Schertoleranz: Formulierungen halten ihre Zielviskosität auch bei Wirkstoffen oder moderatem Salzgehalt.

3. Technische und verarbeitungsspezifische Vergleichsmatrix

Parameter Carbomer 940 Carbomer 941 Carbomer U20 Carbomer U21
Dispergiergeschwindigkeit Langsam (Einsieben erforderlich) Langsam (Einsieben erforderlich) Schnell (selbstbenetzend) Schnell (selbstbenetzend)
Klumpenrisiko Hoch (Fischaugen) Hoch (Fischaugen) Sehr gering Sehr gering
Zielviskosität Sehr hochviskoses Gel Niedrig / fließfähig Mittel / vielseitig Hochviskoses Gel
Elektrolytverträglichkeit Gering Gering Mittel Hoch
Erforderliches Prozesswissen Hoch Hoch Gering Gering

4. Wechseln oder bei klassischen Typen bleiben?

U20 und U21 steigern die Prozesseffizienz erheblich. Eine einfachere Verarbeitung bedeutet jedoch nicht immer ein identisches sensorisches Profil.

Bleiben Sie bei 940/941, wenn: Ihre Formulierung vollständig validiert ist, regulatorische Freigaben abgeschlossen sind und Ihre Mischanlage die klassische Dispergierung ohne hohe Fehlerquote beherrscht.

Wechseln Sie zu U20/U21, wenn: Sie größere Chargen herstellen, lange Hydratationszeiten vermeiden möchten, mit elektrolytreichen Wirkstoffen formulieren oder Bedienfehler in der Produktion reduzieren wollen.

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